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2010/03/29

Märzenbecher vermehren / Tipps / Methodik

Ich bin ein erklärter Fan von Märzenbechern. Märzenbecher kultiviere ich seit, nun ja - seit Jahrzehnten. Es fing bereits an, als ich noch in meinem Elternhaus wohnte. Seit dieser Zeit ziehen meine Märzenbecher mit mir um. Sie sind quasi anhänglich.

Wenn man sie mag und sie beachtet, wird es auch belohnt. Man sollte seine Märzenbecher aber auch kennen.


Es gibt zwei Arten der Vermehrung:

1. Teilung. Sofern Märzenbecher an einem guten Standort stehen, bilden sie von Jahr zu Jahr mehr Zwiebeln an einem Standort aus. Das geht jedoch nicht so schnell wie bei Schneeglöckchen. Geduld ist da schon notwendig. Sofern man kleine Horste hat (z.B. Bild 1, besser noch wie auf dem Bild 2), kann man die Märzenbecher einfach ausgraben und teilen. Das geht auch sehr gut zur Wachstumsperiode.

Zu dicke Horste vermehren sich auch nicht mehr, weil dann die einzelnen Zwiebeln nicht ausreichend versorgt werden. Die auf Foto 2 zu sehenden Horste haben deshalb auch so gut wie ihre Maximalausdehnung erreicht. Der Horst enthielt übrigens ca. 15 verschiedene einzelne Zwiebeln der Märzenbecher.

Ich habe gerade eben blühende Märzenbecher ausgegraben und geteilt (Ende März). Jede Zwiebel wurde dann hübsch einzeln an einen vermeintlich guten Standort gesetzt und vernünftig angedrückt (bei Bedarf auch das Geißen nicht vergessen). Es stört die Märzenbecher quasi nicht. Wenn man die Erde schon glattstreicht und die Pflanze gerade einsetzt, sieht es so aus als wäre die Pflanze dort auch gewachsen. Über diese Unempfindlichkeit bin ich jedes Jahr wieder überrascht.

Ich teile die Pflanzen auch, weil ich Wühlmäuse im Garten habe und die Wühlmäuse mögen leider Märzenbecher gern. Dicke Horste sind dann in wenigen Stunden ausgerottet. Wenn die Pflanzen vereinzelt sind, werden nicht alle Pflanzen gefunden.


2. Aussaat. Märzenbecher säen sich selbst aus. Man muss nur die Augen dafür aufmachen. Es ist aber sehr mühselig und selbstverständlich darf man diese Beete nicht hacken. Es sind im ersten Jahr nur wenige dünne dunkelgrüne schmale Blättchen, die aussehen wie Grashalme. Die Samen keimen aber erst 1 Jahr nachdem die Saat ausgeworfen worden ist! Die Farbe ist denen der ausgewachsenen Pflanzen gleich. Man muss nur mal genau hinsehen.
Es sind jedoch nie viele Keimlinge vorhanden. Diese Keimlinge kann man einfach an Ort und Stelle stehen lassen. Wenn die Beschattung nicht zu schnell voran schreitet, hat man nach frühestens 3 Jahren die ersten Blüten. Meistens dauert es länger.

Samen habe ich noch nie für die Aussaat im nächsten Jahr aufgehoben. Was ich aber schon gemacht habe ist, die Saat nach der Reife abzunehmen und dann an Stellen auszustreuen, die als potentieller Wachstumsort für Märzenbecher in Frage kommen. Das mache ich aber unmittelbar nach der Reife. Man muss dabei sehr auf der Hut sein, weil der richtige Zeitpunkt nur wenige Tage im Jahr ausmacht. Ein paar Tage zu spät und die Samen sind ausgefallen, ein paar Tage zu früh und die Samen sind nicht keimfähig. In wie weit man den Samen aufheben kann, ist mir nicht bekannt. Da die Saat aber zusätzlich schlecht aufläuft ist die sofortige Aussaat vorzuziehen.

Jetzt bin ich gespannt, ob sich jemand daran macht oder ob es vielleicht schon jemand von den Hobbygärtnern gemacht hat?


Gerd hat mir ein schönes Foto von den reifen Samen und seine Erfahrungen geschickt, die ich hier gern einfüge:


Reife Samen von Märzenbechern / Größenverhältnisse
Hallo Märzenbecher-Fans,
meine Märzenbecher haben mich schon immer erfreut. Leider blieben es nur ein paar Zwiebelchen.
Als ich nun vor ein paar Tagen die dicken Fruchtknollen an den vertrockneten Blütenständen entdeckte, hab ich die Knollen in eine Schale gelegt und an Ort und Stelle stehen lassen.
Heute traute ich meinen Augen nicht, denn von den drei Knollen hatte sich eine total geöffnet und Ameisen befassten sich mit den winzigen Samen. Die Knollenhülle war ziemlich matschig (oben im Foto). Die zweite Knolle öffnet sich gerade (rechts) und bei ganz leichtem Druck erschienen die kleinen Samen. Die dritte Knolle ist noch verschlossen.
Na, was mach ich nun? Erst einmal ins Internet schauen und siehe da, ich fand Eure Infos.
Anbei nun ein Foto. Man sieht deutlich, daß die Samen bereits keimen!
Ich werde die Samen heute noch in einer größeren Schale “aussäen” und sie neben den Mutterpflanzen unter die Büsche stellen.
Wenn sich Wissenswertes ergibt, werde ich es mitteilen.
Gruß
Gerd

Weiter Hinweise werden gern entgegengenommen.

Hier noch ein Beitrag von Wolfgang:


Hallo,
Nochmal meine Frage an alle Märzenbecher-Profis: ist der Standort unter alten Büschen mit verzweigtem Wurzelwerk richtig?
Es waren ca.5 Zwiebel,die ich vor 8 Jahren gesteckt habe,aber die Blütenzahl erscheint mir sehr dürftig.Vielleicht 10 Blüten? Der Zierjohannisbeerstrauch stand schon 1976 als wir einzogen.Fehlt den Märzenbechern Licht und Sonne, und nehmen die Wurzel zuviel Nahrung aus dem Boden?
Kann man auch jetzt noch die Zwiebeln teilen und umpflanzen?
Wer weiß Rat?
MfG.Wolfgang
Meine Vorschläge zur besseren Kultur von Märzenbechern
 
Den Märzenbechern hilft es auch, wenn über dem Erdboden die Zweige der Büsche weggenommen oder gekürzt werden, so dass unter Umständen von den Seiten mehr Licht an die Pflanzen kommen kann. Wenn die Märzenbecher sehr dürftig sind heißt es auch, dass der Standort nicht so optimal ist, wenn sie nach 8 Jahren noch leben ist der Standort aber nicht unmöglich, man kann ihn also verbessern.
Es hilft sicherlich, wenn man zu Austriebszeit der Märzenbecher düngt. Sehr sinnvoll ist wie geschrieben das Freischneiden, also entfernen von unteren Zweigen oder Seitenzweige im unteren Bereich entfernen, so dass mehr Licht und länger an die Pflanzen kommt.
Sehr entscheidend ist das Laub. Wenn man die Märzenbecher unterstützen will, kann man und sollte man sogar das Laub im Herbst bis spätestens vor dem Austrieb entfernen. Gerade auch das selbst Aussähen kann nur gut geschehen, wenn der Boden frei ist. Mit Blättern ist das meistens kaum möglich oder es dauert ewig, bis sich die Märzenbecher vermehren. SuperTipp deshalb: Laub unbedingt entfernen.
Viele Grüße
Wolf
 Gerd hat 2014 außerordentlich tolle Erfolge mit einer Spezialmethode erzielt. Da man die Keimlinge so leicht übersieht und als Unkraut jätet hat eine Aussaat in einer Schale probiert, wobei der die Samen mit Trick zum optimalen Zeitpunkt geerntet hat.


Ein Link zu der Seite http://www.garten-anders.de würde sehr helfen, das Tagebuch bekannter zu machen. Wenn Sie dazu die Möglichkeit haben, im voraus vielen Dank.
--> Wenn Sie einen eigenen Beitrag haben senden Sie diesen bitte einfach an: info@garten-anders.de

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Kommentare:

  1. Hallo Unbekannt !
    Ja ich bin auch ein Freund der Märzenbecher.Leider habe ich immer welche bestellt und es waren wenige welche geblüht haben Zwiebeln weg oder verfault ? Nun habe ich folgende Vorstellung einfach wenn der Samen da ist ein Loch machen und einen kleinen Blumentopf mit Erde daneben stellen und die Samenkapsel darauf legen die Natur weiß dann wenn der Samen auszufallen hat. Könnte das gehen ? Schade das ich hier keinen direkten Ansprechparter habe. Bitte melden über meine angegebene Anschrift. Danke im voraus.






    baartz1@web.de

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  2. Hallo ebenso unbekannt (baartz1),
    Märzenbecker sollten so wenig wie möglich außerhalb der Erde sein. Mit jedem Tag kommen im nächsten Jahr weniger Märzenbecher aus der Erde. Am besten bestellt man sie im Fachhandel, die sich wirklich auskennen und darauf spezialisiert haben.

    Man muss auch sehr auf den Standort achten. Unter Laubbäumen, lange genug Licht im Frühjahr, beschattende Stauden nur mit Abstand und natürlich nicht haken. Dort wo Märzenbecker sind und im Umkreis von 30-40 cm niemals haken. Die Samen fallen da einfach heraus und sie keimen - oder auch nicht. Eben nur ab und zu. Außerdem verteilen wohl Ameisen die Samen, habe ich mal gelesen. Ich beobachte das Keimen schon seit vielen Jahren und es ist meistens dieser 30cm Radius. Man kann auch einen Topf daneben stellen. Die Idee finde ich schon gut. Besser ist es aber wohl, wenn man den Topf in der Erde versenkt, denn sonst ist die Erde mit den Samen von den Märzenbechern zu sehr dem Klima ausgesetzt. Alles in Töpfen oder Kübeln hat es sehr schwer.
    Und dann hilft nur noch warten und Vorsicht beim jäten, denn die schmalen Halme sehen aus wie Gras.
    VG
    Wolf

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  3. Hallo Wolf !
    Sicherlich meinte ich es so.Also folgendes
    Loch machen einen kleinen Blumentopf reinstellen.
    In diesen Blumentopf Erde füllen, jedoch nicht bis oben. Wenn die Samenkapsel da ist warten bis diese prall ist und etwas welk wird. Dann die Samenkapsel in den kleinen Topf legen.Und noch warten bis zu sehen ist das dise bald auf geht dann darüber etwas Erde. Jedoch nicht die Verbindung zur Pflanze zerstören. Denn sollte es zu zeitig gewesen sein wird der Samen nicht ausreifen.Ja das Ameisen den Samen verschleppen habe ich schon gehört. Nur müssen sie diesen erst finden und der Samen muß auf der Erde liegen.Dann meinen die Ameisen wohl es wäre ein Ameisenei. Das ist aber bei meinem Vorschlag ausgeschlossen, sie suchen nicht in der Erde danach. Die kritische Phase ist wenn der Samen keimt und die Nacktschnecken den "Grashalm" wegfressen. Dann ist alles zu spät. Wie geht das denn nun bis zum fertgen Märzenbecher? Der Samen bildet den ersten Trieb aus der wie ein Grashalm ist. Der Grashalm bildet langsam die Zwiebel. Im zweiten Jahr müßten dann wenigstens zwei dieser Grashalme da sein oder mehr.So werden es dann immer mehr von Jahr zu Jahr bis die neue Zwiebel die Kraft hat eine Blüte zu bilden. Stutzig hat mich im Beitrag ganz oben gemacht ,das der Samen erst im Nächsten Jahr keimt.Ich kenne 3 Arten der Keimung. 1. Samen säen Erde drauf (Dunkelkeimer)2. Samen säen und nur andrücken (Lichtkeimer) 3.Samen müssen Frost bekommen um zu keimen (Frostkeimer).Die Märzenbecher gehören wohl zur letzten Art. Wenn man also genau wüßte ob der Samen in den Topf reif ist könnte mann diesen in den Kühlschrank stellen 14 Tage nich ins Gefrierfach das wäre zu kalt. Wenn man diesen dann wieder nach draußen bringt müßte der noch im selben Jahr keimen. Außerdem wäreich fürs düngen.Hier aber keinen Normaldünger verwenden da kann es leicht zu Verbrennungen kommen. Ich hätte hier eher an Urgesteinsmehl gedacht. Den gibt es in jeden Baumarkt.Des ist kein direkter Dünger. Es handelt sich hier mehr um die Spurenelemente wie z.B. Magnesium usw. Ein Verbrennen ist da unmöglich.
    Eberhard Baartz

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  4. Hallo Wolf und Unbekannt,
    mit höchstem Interesse habe ich Eure Beiträge gelesen.
    Ich liebe auch Märzenbecher und habe durch eure Beiträge etwas über dei Vermehrung erfahren.
    Ich habe "Null-Ahnung", denn ich habe versucht die angeblichen "Grashalme" um die alten Pflanzen auszureissen!!!!
    Und das erst vor ein paar Tagen.Hoffentlich habe ich nicht zuviel Schaden angerichtet.
    Wolfgang Jahn

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    1. Also ich bin auch seit Jahrzehnten erklärter Märzenbecherfan. Sie sind auch aus meinem ersten Garten mit umgezogen. Zum Glück, wie ich seither weiss, ist es nahezu unmöglich im Handel Zwiebeln zu bekommen, die lebens- und blühfähig sind. Weil ich ein fauler Mensch bin, habe ich nie zuviel um die Marzenbecher gehackt, (eigentlich gar nicht) und aus meinem Bestand von ursprünglich 12 Pflanzen sind inzwischen so um die 100 geworden (nach ungefähr 25 Jahren.) Ich bin vor ein paar Jahren dahinter gegommen, dass man die Samenkapseln vor der Reife überwachen und leider auch Schneckenkorn einsetzen muss, weil die Nacktschnecken ganz verrückt nach den unreifen Samen sind und sie in kürzester Frist wegraspeln wenn man sie nicht daran hindert. Märzenbecher wachsen ja bevorzugt an feuchten Stellen wo sich auch die gemeine Nacktschnecke gerne tummelt.
      Im letzten Frühjahr habe ich etwas neues ausprobiert um eine bessere Keimungsquote zu erzielen, ich habe 10 Samen sowie sie reif waren in eine ca 10 cm tiefe Schale gelegt und die im Sommer immer gut feucht gehalten. Die Schale stand auf meiner Terrasse oft auch sonnig. Heute grosse Überraschung. Es haben sich 5 richtige Pflänzchen gebildet, nicht nur ein Halm sondern schon eine richtige kleine Zwiebel mit 5-6 Halmen. So schnell geht das an ihrem normalen Standort nie. Da gab es im Frühjahr bestenfalls einen einzigen winzigen Halm. Jetzt blühen die Märzenbecher gerade wieder im Garten. Ich liebe sie und diese Jahreszeit. In ein paar Wochen mache ich es wieder wie letztes Jahr, nur dass ich da noch mehr in Schalen keimen lasse. Es ist ein toller Erfolg. was aus den restlich 5 Samenkörnern geworden ist, weiss ich nicht. Vielleicht sind ja nicht immer alle keimfähig, obwohl ich glaube, dass ich wirklich den optimalen Zeitpunkt abgepasst habe, wenn die Samenkapsel anfängt, sich von alleine zu öffnen. Auf jeden Fall ist das Ergebnis deutlich besser gewesen als wenn ich alles Mutter Natur überlassen hätte.

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    2. Ich hab vergessen, zu schreiben; dass ich die Schale in der ich meine Märzenbechersamen zum keimen gelegt habe, selbstverständlich mit Erde gefüllt habe, Erde aus dem Garten so wie da, wo sich die Märzenbecher offenbar wohl fühlen. Der Platz auf der Terrasse war gut, weil ich dadurch nicht vergessen habe regelmässig zu giessen. Ich denke ich werde die diesjährigen Pflänzchen bald in den Garten auspflanzen. An den Blättern scheinen die Nacktschnecken hier nicht interessiert zu sein

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  5. Hallo Wolfgang,
    die kleinen Halme sind wirlich die gerade frischen Keimlinge. Auch im 2. Jahr ist es meistens nur ein etwas dickerer Halm. Es hangt davon ab, wie gut der Standort ist. Bei gutem Standort werden sie schneller größer
    Wichtig ist es, das Laub und Konkurrenz zu entfernen. Gras und Blätter also wegsuchen. VG Wolf

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  6. Hallo Blumenfreunde, ich hab eine komische Art Märzenbecher welche ca. 60 bis 80 cm hoch wachsen und blühen. Heute ist eine Samenkapsel aufgeplatzt und ich habe das erste mal Samen von dieser Pflanze. Der Samen sieht aber anders aus als auf den Bild oben. Sie sehen so aus wie schwarze Johannsbeeren. Weiss jemand von euch was das für eine Sorte ist?
    LG Bernd

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    1. Hallo LG Bernd !
      Weil auf dieser Seite lange nichts war habe ich erst heute reingeschaut. Aber Märzenbecher. Da gibt es verschiedene. Was ich auch nicht wußte. Echtes Märzenbecher ist ca. 10 cm hoch und hat pro Stengel nur eine Blüte. Bei Deiner angegebenen Höhe ist es Knotenblume. Also pro Stengel mehrere Blüten. 1.Leucojum aesttivom
      2. leucojum vernum dise zwei Sorten kenne ich im Momenent. Nur nach Samen eine Pflanze zu bestimmen, geht nicht so richtig, das können nur Experten. Mach doch einfach mal folgendes schaue im Internet bei Dir bekannten Versandhandel nach , die haben auch immer Bilder und danach kanst Du dann bestimmen, was Du einfach hast. Nur noch ein Hinweiß es dauert mindestens 3 Jahre bis der Samen das erste mal blüht und mit Dünger den Vorgang zu beschleunigen geht nicht. Dazu ist der Sämling einfach zu empfindlich und würde verbrennen übersetzt eingehen. Da hilft leider nur Geduld und noch mehr Geduld. Einziger Dünger wie weiter oben Gesteinsmehl oder zur Not noch Hornspäne. Gesteinmehl ist Spurenelement-Dünger. Hornspäne langsam wirkender Dünger. Vieleicht konnte ich helfen etwas spät, aber neuer Samen kommt ja bald.

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  7. Hallo,

    ich habe mir vor ein paar Wochen ein paar Kapsel zusammengesammelt und jetzt, wo sie trocken sind die Samen daraus entfernt. Die Samen sind hell bis dunkelbraun.
    Soll ich sie jetzt direkt einpflanzen (geht auch ein Blumentopf mit "normaler" Blumenerde im Zimmer?) Oder wie gehe ich am besten vor? Lagern ist ja nicht so die gute Idee, wie ich oben las.

    Danke für eure Hilfe,

    Manuel
    thegridster@gmail.com

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  8. Die Samen sind weiß, wenn sie sich bilden und heranreifen. Ganz reif sind sie erst, wenn sie dunkelbraun bis schwarz werden. Zur Beantwortung der Frage wo und wie man die Samen behandelt bzw. einpflanzt muss man sich die natürlichen Bedingungen vergegenwärtigen.

    In lichten Wäldern sind die Märzenbecher heimisch. Sie haben Licht und haben ihre Vegetationperiode, wenn im Frühjahr die Blätter der Bäume noch nicht entwickelt sind bis zu dem Zeitpunkt, wenn die Bäume ihr Blattwerk voll entwickelt haben. Dann reicht das Licht unten für die Pflanzen nicht mehr oder kaum noch aus. Dann ziehen sich die Märzenbecher zurück, die Blätter vergilben, die Samen werden reif und fallen aus oder werden auch über die Ameisen und andere Insekten verbreitet.

    Ein guter Standort zum Aussäen ist also der natürliche Lebensraum: Lichte Wälder, lichte Standorte im Garten; nicht zu trocken, nicht zu dicht an dicken Bäumen. Immer noch ausreichend Licht im Frühjahr. Niemals unter immergrünen Bäume und Sträuchern, denn da gibt es schon im Frühjahr kein Licht. Es zählt nicht das Lichtempfinden des Menschen (ist ja noch ausreichend hell), sondern das Lichtbedürfnis der Pflanzen. Es ist kein Wunder, dass in den Wohnungen so viele Pflanzen absterben, weil das empfinden von Hell der Menschen nicht dem der Pflanzen entspricht.

    Da man nie ganz sicher gehen kann, ob es die richtige Stelle ist würde ich folgendermaßen vorgehen:

    Die vorhandenen Samen in mehrere Portionen aufteilen.

    1. An ca. 3 Standorten im Garten auspflanzen. Nur ganz leicht mit Erde bedecken (ca. 1/2 cm). Den Boden vorher auflockern; Konkurrenzpflanzen entfernen; im Herbst die an diese Stelle gefallenen Blätter entfernen. Den Platz markieren, damit es es beobachten kann. Im ersten Jahr sind die Märzenbecher nur dünne Halme und kaum zu erkennen.
    2. Auch im Topf probieren. Den Topf in die Erde im Garten einlassen, halbschattig.
    3. Im Topf im Haus ausprobieren. Niemals austrocknen lassen. Samen dann erst im Frühjahr/ März-April aussäen.

    Im Garten die Samen ab sofort aussäen. Wichtig ist zu bedenken, dass sie erst im nächsten Frühjahr keimen werden. Wenn Sie jetzt keimen würden, wäre es der sichere Tod, da das Licht im dunklen Wald nicht ausreich.
    Bitte mal das Ergebnis posten, welche Methode die besten Resultate zeigt.
    VG
    Wolf

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  9. Ich hab aus dem Garten meiner Mutter einen Büschel gerade abgeblühter Märzenbecher ausgestochen und bei mir in den Garten gepflanzt. Die stehen neben einem Trändenden Herz, dass sie nach der Blüte komplett überwuchert. Rund um die ursprünglichen Pflanzen gehen die Sämlinge auf, die ich ebenfalls nach der Blüte der Eltern (selbst blühen die noch nicht) im Garten verteile. Nach zwei Jahren gibt's die ersten Blüten. Nicht harken, Samen an Ort und Stelle keimen lassen und nach einem Jahr verpflanzen. Klappt wunderbar.

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  10. Ich habe heute Märzenbecher erhalten und habe sie mit Wurzelballen und Erde neben den geschenkten Winterlingen und Schneeglöckchen erstmal schnell in einen Balkonkasten gesetzt und raus gehangen. Kann man die Pflanzen im Balkonkasten überhaupt halten. Im Moment sieht alles sehr schön aus. Wäre schön, wenn ich sie jetzt immer auf meinem Balkon habe. Danke für Eure Antwort!

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  11. Märzenbecher im Balkonkasten oder Kübeln? Ja es geht, zumindest während der Hauptvegetationszeit. Sie blühen und teilen sich. Die Schwierigkeit liegt beim Überleben im Winter. Ich habe es selbst ausprobiert und hatte Märzenbecher in ca. 15cm bis 20 cm Blumentöpfen kultiviert und auch den Winter über draußen gelassen. Aber sie mögen es nicht gern. Im neuen Jahr sind sie kleiner und es sind auch wahrscheinlich weniger.
    Und woran liegt es? Winterlinge sind zwar frosthart, aber wenn sie rundherum im Topf oder Balkonkasten durchfrieren leiden sie doch sehr.
    Tipp wie es doch geht!
    Im Topf, Kübel oder Balkonkasten sollte man die Märzenbecher nur bei Frost bis ca. 5 Grad draußen stehen lassen. Während der Kernzeit des Winters, wenn die Temperaturen unter 5 Grad absinken besser die Behältnisse in den Keller stellen. Licht brauchen sie dann nicht. Wenn es dann wieder in den Bereich bis 5 Grad minus kommt, können die Pflanzen wieder nach draußen auf den Balkon oder die Terrasse. In manche Jahren müssen dann die Pflanzen gar nicht mehr hereingeholt werden.

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